In der Rubrik „Laut gedacht“ beschäftigen wir uns mit Themen, die sowohl People Leads, Teamleiter, Scrum-Master, Agile-Coaches, Team-Coaches und Teammitglieder als auch uns persönlich durch den Kopf gehen. Die Themen leiten sich häufig aus eigenen Erfahrungen in unterschiedlichen Organisation ab, teilweise sind sie Ergebnisse persönlicher Gespräche oder auch Rückfragen in unseren Trainings.

Mit der Veröffentlichung und dem „laut denken“ möchten wir Lesende zur Selbstreflexion motivieren: Beschäftigt mich das Thema auch? Was denke ich darüber? Wie bin ich das Thema angegangen? Deshalb erheben unsere Veröffentlichungen keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Betrachtung aller Perspektiven. Sie zeigen eher mögliche Lösungswege auf, vertreten unsere Erfahrungen und im Zweifel unsere subjektive Meinung.

Wie viele Teams kann ein Scrum-Master oder Team-Coach parallel begleiten?

Ein Appell für mehr Achtsamkeit im Umgang mit Team-Coaches und Scrum-Mastern.

„Bei uns hat jeder Scrum-Master zwei Teams!“ – „Können die noch ein drittes Team übernehmen?“ Aber: Wie viele Teams kann und sollte ein Scrum-Master oder Team-Coach parallel begleiten?

Die Anzahl von Unternehmen, die sich mithilfe einer Transformation nachhaltig verändern wollen, steigt weiterhin stark an. Damit steigt auch die Anzahl von Teams, die es zu begleiten und zu entwickeln gilt. Das Problem: Der Markt an (guten) Scrum-Mastern, Agile Coaches und Team-Coaches ist ziemlich leer. Was tun?

Mehr Arbeit für bestehende Team-Coaches & Scrum-Master

Viele Organisationen versuchen den bereits vorhandenen Team-Coaches die Verantwortung für weitere Teams und Aufgaben zu übertragen.

Bei den Betroffenen kann man dann in der Regel folgende Beobachtungen machen:

  • Sie investieren keine Zeit (mehr) in ihre persönliche Weiterentwicklung,
  • Sie wirken gehetzt oder gestresst – meistens, weil sie versuchen, so viele Bälle in der Luft zu halten wie täglich Flugzeuge am Frankfurter Flughafen landen,
  • Sie warten auf ihren nächsten Urlaub oder das Wochenende, damit sie sich endlich erholen und ihre Akkus aufladen können,
  • Sie kümmern sich nicht (mehr) um Themen auf übergreifender Ebene und fokussieren sich eher auf ihre Teams und
  • Sie verwalten ihre Teams lediglich und entwickeln diese somit nur noch sporadisch weiter. Deshalb treten Team und Team-Coach auf der Stelle.

Auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Scrum-Master und Team-Coaches achten

Da die Anzahl der verfügbaren Scrum-Master begrenzt ist, müssen wir darauf achten, dass es denen, die mit Teams in unseren Organisationen arbeiten, gut geht. Sie dürfen nicht überlastet sein und benötigen genügend Zeit, um sowohl sich selbst als auch ihre Teams kontinuierlich wie nachhaltig weiterzuentwickeln.

Ideen und mögliche Maßnahmen

Bekanntlich ist nicht nur jedes Team, sondern auch jeder Team-Coach anders. Deshalb ist eine starre Vorgabe oder Anzahl von Teams, die parallel begleitet werden sollen („jede/r hat zwei Teams“) weder zeitgemäß noch hilfreich.

Stattdessen müssen wir:

  • Die Anzahl der Teams eines Scrum-Masters von dessen Erfahrung und insbesondere vom Entwicklungsstand der betroffenen Teams abhängig machen, weil gerade Teams in Transformationen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit erfordern,
  • … darauf verzichten, neuen Scrum-Mastern in der Anfangszeit Teams zu übertragen, damit diese mithilfe von Trainings und Mentorings in ihrer Rolle ankommen können,
  • … dafür sorgen, dass disziplinarische Führungskräfte für mögliche Überlastungen sensibilisiert sind und diese aktiv mit den Betroffenen verhindern,
  • … als Organisation priorisieren und entscheiden, welche Teams begleitet werden sollen und welche nicht sowie
  • … die betroffenen Scrum-Master an der Verteilung der Teams und der Entscheidung darüber, wer diese zukünftig begleitet, maßgeblich beteiligen.

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