Die zwölf Team-Personas

Das Ergebnis unserer Arbeit mit real existierenden Teams

Um verstehen zu können, was sich hinter unseren Team-Personas verbirgt, erklären wir zunächst, was eine Persona ist. Eine Persona (lat. Person, Rolle, Charakter, Eigenart) beschreibt einen hypothetischen Benutzer eines neu zu entwickelnden Produkts. Das Konzept geht auf Alan Cooper und dessen Forschungen im Bereich der Mensch-Maschine-Interaktion zurück1.

Persona – eine fiktive Person

Eine Persona ist eine fiktive, aber sehr konkret beschriebene Person. Je realistischer sie beschrieben ist, desto leichter fällt die Arbeit mit der Persona. Typische Personas haben einen Namen, ein Alter und einen Beruf. Sie bekleiden eine konkrete Position in echten oder fiktiven Organisationen, haben eine spezifische Affinität zu dem neuen Produkt (beziehungsweise der Produktgruppe) und konkrete Bedürfnisse an ihre Arbeitsumgebung. Neben den berufsbezogenen Charakteristika umfasst die Beschreibung von Personas oft auch ein Porträtfoto sowie Informationen zu Familienstand, Hobbys und persönlichen Präferenzen. In der Regel werden für ein Produkt mehrere unterschiedliche Personas definiert. Ziel ist es, sich als Produktentwickler möglichst gut in diese Personas hineinversetzen zu können, um das Produkt bestmöglich auf deren jeweilige Bedürfnisse abstimmen zu können.

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Was ist eine Team-Persona?

In Anlehnung an das Persona-Konzept beschreibt die Team-Persona ein hypothetisches Team. Team-Personas sind so konkret wie möglich beschrieben: Das beginnt beim Teamnamen und einer Beschreibung der umgebenden Organisation sowie den Namen und Charakteristika einzelner Teammitglieder und endet bei möglichen Entwicklungsschritten, Handlungsfeldern und Arbeitskontexten für die Weiterentwicklung des Teams.

Team-Personas sind keine Typisierung

Eine Persona ist eine hypothetische Konkretisierung und unterscheidet sich diesbezüglich von generalisierten und abstrahierenden Typisierungen. Viele dieser Typisierungen bleiben unscharf: Auf ein konkretes Objekt aus der realen Welt treffen oft Aspekte verschiedener Modelltypen zu. Eine Persona hingegen ist immer konkret. Beide – Personas und Typisierungen – helfen uns, Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinsichtlich eines Betrachtungsgegenstands genauer zu erkennen und zu beschreiben.

Mit den zwölf hypothetischen Teams arbeiten

Es ist nicht das Ziel, das eigene Team exakt einer der zwölf Team-Personas zuzuordnen. Vielmehr helfen die Team-Personas, die Handlungsfelder des Modells für nachhaltige Teamentwicklung besser kennenzulernen, weil sie die Vielfalt der Ausprägung von Teams in den fünf Handlungsfeldern unseres Modells verdeutlichen. Außerdem liefern sie interessante Perspektiven auf das eigene Team, indem die Charakteristika der verschiedenen Team-Personas erkundet und untereinander verglichen werden. Sie helfen der Person, die sich um die Teamentwicklung kümmert, somit bei der Schärfung der Beobachtungsgabe für das Verhalten der einzelnen Teammitglieder. Wenn es dabei gelingt, die Handlungsfelder und Entwicklungsschritte der einzelnen Team-Personas auf das eigene Team zu übertragen, geben sie wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung des eigenen Teams. Wie genau das funktioniert, beschreiben wir in unserem Leitfaden, der in unserem Praxisbuch für nachhaltige Teamentwicklung zu finden ist.

Fußnoten und Quellen

  1. Martin Seibert: Personas geben Zielgruppen Gesichter; https://blog.seibert-media.net/blog/2008/09/12/personas-geben-zielgruppen-gesichter/ (abgerufen am 12.10.2021)