Das Handlungsfeld der Haltung

Das Zusammenspiel aus psychologischer Sicherheit, Werten, Wissen und Erfahrung

Eine wertstifte Haltung im Team ist das Ergebnis eines erfolgreichen Zusammenspiels der übrigen vier Handlungsfelder des Modells für nachhaltige Teamentwicklung. Angefangen beim Vertrauen (psychologische Sicherheit), einem respektvollen Umgang miteinander (Werte), bis hin zur Kenntnis von Methoden für eine wertschätzende Kommunikation und Zusammenarbeit (Wissen) und der Anwendung dieser Praktiken (Erfahrung). Ähnlich hat es auch Bernd Six formuliert, der Haltung als die Summe unterschiedlicher psychologischer Tendenzen und Bewertungen bezüglich Emotionen und Gefühlen sowie Annahmen und Überzeugungen bezeichnet1. Diese Schilderungen verdeutlichen die große Bedeutung und den großen Einfluss, den eine wertstiftende Haltung auf die Leistungsfähigkeit eines Teams hat. Deshalb können sich Teams, die Lösungsorientierung, das Streben nach kontinuierlicher Verbesserung, echte Zusammenarbeit sowie das miteinander und voneinander lernen verinnerlicht haben, selber eine gute „Haltungsnote“ vergeben.

Kontinuierliche Verbesserung und Lösungsorientierung sind zwei Beispiele - das Handlungsfeld Haltung im Modell für nachhaltige Teamentwicklung

Haltung ist von den Teammitgliedern abhängig

Damit das Team eine wertstiftende Haltung entwickeln kann, muss es Erfahrungen in den übrigen vier Handlungsfeldern machen. Hierfür benötigt es in erster Linie die richtigen Impulse sowie die Zeit und Geduld des Team-Coaches und der Teammitglieder. Dabei sollte immer berücksichtigt werden, dass die Haltung von den Teammitgliedern abhängig ist. Sie kann sich verändern, sobald beispielsweise personelle Veränderungen im Team vorgenommen werden. Wenn ein Teammitglied das Team verlässt oder eine Person neu dazu kommt, muss die Haltung in der Regel erneut vermittelt und auch verhandelt werden. Der Grund: Das neue Teammitglied hat in seiner vorherigen Umgebung eine andere Haltung erlebt und erfahren, sodass es diese automatisch ins neue Team mit einbringt und das Bestehende hinterfragt oder verändert.

Mit zunehmender Entwicklung kann der Team-Coach anfangen „loszulassen“

Um bei der Erreichung der gemeinsamen Ziele zu unterstützen, muss der Team-Coach in noch unerfahrenen Teams viel Verantwortung übernehmen. Aus diesem Grund wird er beispielsweise das Standup-Meeting oder eine Entscheidungsfindung des Teams moderieren. Mit zunehmender Entwicklung des Teams in den fünf Handlungsfeldern des Modells für nachhaltige Teamentwicklung werden die Teammitglieder mehr Verantwortung übernehmen. Der Team-Coach muss daher lernen, im richtigen Moment loszulassen und die Teammitglieder mehr in die Verantwortung zu nehmen. Mit anderen Worten: Er reflektiert seine eigene Haltung dem Team gegenüber und passt diese an. Hier zeigt sich erneut, dass sich nicht nur das Team, sondern auch der Team-Coach selbst in den fünf Handlungsfeldern entwickelt.

Fußnoten und Quellen

  1. Bernd Six: Einstellungen (Essay). Lexikon der Psychologie. Spektrum Akademischer Verlag 2000;