Scrum Master: Eine vielseitige und herausfordernde Rolle, die starke Teams entwickelt

Ein Scrum Master verbringt deutlich mehr Zeit damit, seine Teammitglieder weiter zu entwickeln als ihnen Scrum zu vermitteln. In meinem Artikel zeige ich dir, welche Aufgaben ein Scrum Master hat, welche Rollen er einnimmt, wie seine Ausbildung abläuft und wie meine Definition seiner Rolle ist.

Ein erfolgreicher Scrum Master muss wissen, wie er sein Team entwickeln kann.

Was ist ein Scrum Master – wie ist die Definition?

Bevor wir einen Blick auf Aufgaben und Ausbildung eines Scrum Masters werfen, beschäftigen wir uns zunächst mit meiner Definition dieser Rolle:

Ein Scrum Master ist für die Einführung von Scrum in einem oder mehreren Teams verantwortlich. Er sorgt dafür, dass seine Teammitglieder sich an die damit verbundenen Praktiken halten und diese sukzessive verinnerlichen. Um das zu erreichen, kümmert er sich um die persönliche und methodische Weiterentwicklung seiner Teammitglieder, indem er beispielsweise Einzelgespräche führt und Daily-Standups sowie Retrospektiven moderiert.

In seiner Rolle begleitet ein Scrum Master seine Teams lateral, also von der Seite. Er ist somit seinen Teammitgliedern gegenüber nicht weisungsbefugt, sondern führt diese mithilfe seines vorbildlichen Verhaltens, durch entsprechendes Coaching sowie mithilfe eines gut gefüllten Methodenkoffers und seiner fachlichen Expertise.

Soweit so gut. In dieser Definition tauchen schon die ersten Aufgaben eines Scrum Masters auf. Schauen wir uns diese jetzt im Detail an.

Was sind die Aufgaben eines Scrum Masters?

In vielen Organisationen und Ausbildungen sind Menschen aufgrund des Rollentitels „Scrum Master“ davon überzeugt, dass dieser nur zwei Aufgaben hat: Die Einführung und Anwendung von Scrum in seinem Team. Dies ist leider ein Irrtum. Wer das glaubt, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

Fokus auf Teamentwicklung statt auf die Einführung von Scrum

Die wichtigste Aufgabe eines Scrum Masters ist die persönliche und methodische Weiterentwicklung seiner Teammitglieder – sprich, die Teamentwicklung. Wenn es ihm gelingt, sein Team kontinuierlich wie auch nachhaltig weiterzuentwickeln, ist die gewählte Methodik wie beispielsweise Scrum oder Kanban zweitrangig. Schließlich wird ein Team durch die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt zu einem starken Team – nicht durch die Methodik. Die größte und wichtigste Aufgabe des Scrum Masters ist somit die Weiterentwicklung seines Teams.

Fünf Rollen: Coach, Facilitator, Mentor, Berater und Trainer

Generell ist ein Scrum Master laut meiner Definition in fünf verschiedenen Rollen unterwegs: als Coach, Facilitator, Mentor, Berater und Trainer. Die von mir liebevoll genannte „Kuchengrafik“ visualisiert dir die Vielseitigkeit der Rolle eines Scrum Masters. Schauen wir mal, was hinter den einzelnen Rollen steckt.

Coach: Durch Fragen bei der Lösungsfindung unterstützen

Als Coach ist der Scrum Master davon überzeugt, dass die Lösungen für die Herausforderungen des Coachees (Person, die das Coaching in Anspruch nimmt) bei diesem selbst liegen. Er unterstützt den Coachee durch aktives Zuhören und offene Fragen bei der Lösungsfindung.

In der Weiterentwicklung seines Teams führt der Scrum Master deshalb beispielsweise vertrauliche Einzelgespräche mit seinen Teammitgliedern, um verschiedene Themen und Herausforderungen aus der Teamarbeit mit diesen zu besprechen und aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Durch diese Impulse und die gemeinsame Reflexion haben die Teammitglieder die Möglichkeit, ihr Verhalten der Situation entsprechend anzupassen, um so die gemeinsame Zusammenarbeit zu verbessern.

In dieser Rolle benötigt der Scrum Master zwingend das Vertrauen seiner Teammitglieder. Erst, wenn sich diese psychologisch sicher fühlen, also keine Angst vor möglichen Konsequenzen haben, werden sie sich ihm gegenüber offen äußern. Nur dann können wirklich wertvolle Gespräche mit nachhaltigen Ergebnissen entstehen.

Facilitator: Als Moderator einen Raum für wertstiftende Ergebnisse schaffen

Als Facilitator (oder: Moderator) schafft der Scrum Master für eine Gruppe von Menschen einen zeitlich beschränkten organisatorischen Rahmen, in dem diese gemeinsame Ziele vereinbaren, verfolgen und erreichen können. Anders formuliert: Der Scrum Master moderiert einen Termin und ermöglicht den Teilnehmenden mithilfe seiner Moderation und geeigneter Methoden entsprechende Maßnahmen zu beschließen.

Dies können sowohl Termine sein, an denen zwei Teammitglieder im Rahmen einer Konfliktmoderation teilnehmen, als auch Retrospektiven oder teamübergreifende Termine.

Mentor: Über die Schulter schauen lassen

Ein Mentor ist eine Person, die schon einmal dort gewesen ist, wo der Mentee hinmöchte.

In dieser Rolle unterstützt ein Scrum Master beispielsweise neue Teammitglieder oder neue Scrum Master beim Onboarding, indem er ihnen hilft, die Unternehmens- oder Teamkultur kennen- und verstehen zu lernen.

Berater: Mögliche Lösungen erklären und zur Auswahl stellen

Manchmal benötigt ein einzelnes Teammitglied oder das Team einen Rat, die Erfahrung einer anderen Person oder einen Impuls, um eine Herausforderung meistern zu können. Hier ist ein Scrum Master als Berater gefragt.

Ein Berater ist ein erfahrener Experte, der die Fragen seiner Auftraggebenden versteht und mögliche Lösungen kennt. Er gibt den auftraggebenden Personen in der Regel keine Erfolgsgarantie und wird diese im Idealfall darauf hinweisen, dass die vorgeschlagenen Lösungswege nur Empfehlungen sind, die diese selbst bewerten, auswählen und gegebenenfalls mit externer Unterstützung umsetzen müssen.

Trainer: Das eigene Wissen weitergeben

Ein Trainer ist eine Person, die alles nötige Wissen zu einem bestimmten Thema vermitteln kann. Diese Person muss dafür sowohl über das relevante Wissen als auch über die passenden didaktischen Fähigkeiten und Konzepte verfügen.

Der Scrum Master wird als Trainer dann aktiv, wenn er seinem Team beispielsweise Scrum, Techniken zur gewaltfreien Kommunikation oder Werkzeuge vermittelt, die dem Team helfen, effizient Entscheidungen treffen zu können.

Auftragsklärung hilft Konflikte zu vermeiden

Welche dieser fünf Rollen ein Scrum Master konkret einnimmt, hängt unter anderem von der Problemstellung, dem Kontext und den Beteiligten ab.

In vielen Teams unterstützt der Scrum Master zusätzlich noch bei der Beseitigung von Hindernissen sowie bei der Gestaltung und Ausformulierung des Product Backlogs. Die Rollen, die der Scrum Master dabei einnimmt, sind teamindividuell. In einigen Teams wird er deshalb als Coach durch geeignete Fragen bei der Lösungsfindung unterstützen, während er in anderen Teams als Berater konkrete Lösungswege aufzeigen und vorschlagen wird. Um Probleme in der Zusammenarbeit mit seinen Teammitgliedern oder Konflikte zu vermeiden, sollte der Scrum Master vor Unterstützung immer eine Auftragsklärung vornehmen, damit klar ist, welche Rolle von ihm konkret erwartet wird.

Ein Scrum Master ist nicht nur im Team wirksam

Nachdem ich jetzt viel über Teamentwicklung und die Arbeit im und mit dem Team geschrieben habe, möchte ich an dieser Stelle verdeutlichen, dass ein Scrum Master nicht nur in seinem Team aktiv und wirksam ist, sondern noch in weiteren Arbeitskontexten: Selbst, Individuum, Team, teamübergreifend und Organisation.

Im Selbst reflektiert er über seine eigene Situation, sein eigenes Wohlbefinden sowie über seine Fähigkeiten. Im Individuum führt er als Coach vertrauliche Einzelgespräche mit seinen Teammitgliedern. Eine Retrospektive oder andere teaminterne Termine wird er im Arbeitskontext Team moderieren. Wenn es darum geht, dass mehrere Teams teamübergreifend besser zusammenarbeiten sollen, wird er in dem entsprechenden Arbeitskontext aktiv. Um bei der Lösung von Hindernissen zu unterstützen oder seinem Team die Arbeit zu erleichtern, wird er mit Führungskräften im Arbeitskontext Organisation sprechen.

Eine vielseitige und herausfordernde Rolle

Du siehst: Ein Scrum Master hat wesentlich mehr Aufgaben als seinen Teammitgliedern Scrum beizubringen oder dafür zu sorgen, dass sie sich an die Prinzipien der Methodik halten. Der Großteil seiner Aufgaben ist die Weiterentwicklung seines Teams – das spiegelt sich in den fünf Rollen wider, die ich dir in den vergangenen Absätzen vorgestellt habe.

Merkwürdig, dass es immer noch Organisationen gibt, die sich fragen, wofür ein Scrum Master hilfreich sein soll oder sogar ganz auf einen verzichten, oder?

Warum braucht es einen Scrum Master?

Im vorigen Absatz und in meiner Definition haben wir uns ausführlich mit den Aufgaben eines Scrum Masters beschäftigt. Ich finde, dass bereits diese Auflistung ein gutes Argument dafür ist, den eigenen Teams einen dedizierten Scrum Master zur Seite zu stellen. Dennoch werde ich jetzt noch auf zwei weitere Aspekte eingehen, die einen Scrum Master für jedes Team und jede Organisation wertvoll machen.

Achtet auf viele Aspekte, auf die sonst niemand achtet

Bedingt durch seine Rolle achtet ein Scrum Master auf viele Dinge, auf die sonst im Zweifel niemand achtet. Was ich damit konkret meine? Ein Scrum Master achtet zum Beispiel auf…

  • … das persönliche Wohlbefinden der einzelnen Teammitglieder,
  • … den Umgang im und mit dem Team,
  • … die nachhaltige Umsetzung von beschlossenen Verbesserungsmaßnahmen,
  • … eine der Methodik angemessene Anwendung von Scrum sowie
  • … die Zusammenarbeit seiner Teammitglieder.

Mit zunehmender Erfahrung werden ihm mithilfe seiner Beobachtungsgabe immer mehr Geschehnisse oder Verhaltensweisen auffallen, die möglicherweise nicht wertstiftend oder zielführend sind. Über den letztendlichen Umgang mit diesen Beobachtungen und mögliche Veränderungen entscheiden dann allein die Teammitglieder, weil ihr Scrum Master – entsprechend meiner Definition – nicht weisungsbefugt ist und somit nur lateral führt.

Zwölf Team-Personas helfen bei der Schärfung der Beobachtungsgabe

Wenn du deine Beobachtungsgabe für die Verhaltensweisen deiner Teammitglieder schärfen möchtest, um sie noch besser begleiten zu können, habe ich einen Tipp für dich. In unserem Praxisbuch „Jedes Team ist anders – ein Praxisbuch für nachhaltige Teamentwicklung“ haben Holger und ich unsere zwölf Team-Personas beschrieben. Dies sind Geschichten über hypothetische Teams zu denen wir sowohl die Organisation beschreiben, in die sie eingebettet sind, als auch das charakteristische Verhalten ihrer jeweiligen Teammitglieder. Wenn du dich ausführlich mit unseren Team-Personas und ihren jeweiligen Verhaltensweisen beschäftigst, wird es dir zunehmend leichter fallen, das Verhalten deiner Teammitglieder zu bemerken und entsprechend zu thematisieren.

Fordert das Team immer wieder heraus

Ähnlich wie ein Coach im Football oder ein Trainer im Fußball fordert ein Scrum Master sein Team immer wieder heraus, um es zu Höchstleistungen anzutreiben. Er teilt seine Beobachtungen mit dem Team, spricht mit der Umwelt des Team wie beispielsweise Führungskräften und wird sein Team – wenn gewünscht – beraten, damit seine Teammitglieder die gemeinsame Zusammenarbeit verbessern können. Aus diesem Grund moderiert er auch die Retrospektive seines Teams.

Je besser es dem Scrum Master gelingt, sein Team herauszufordern und dessen gemeinsame Zusammenarbeit zu verbessern, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich sein Team langfristig zu einem High Performing Team entwickelt.

Lösungsorientierung und das Streben nach kontinuierlicher Verbesserung sind zwei wichtige Haltungen in der Teamentwicklung.

Wie werde ich Scrum Master – gibt es eine Ausbildung?

Es gibt keinen Ausbildungsberuf oder Studium, mit dem du automatisch nach einigen Jahren zum Scrum Master wirst. Alle Scrum Master sind Quereinsteiger und haben somit vorher einen anderen Beruf ausgeübt. Sie waren Geologen, Sachbearbeitende, Entwicklerinnen und Entwickler oder Mitarbeitende aus dem Archiv. Ich glaube: Es gibt fast keinen Beruf, den du in den Lebensläufen von Scrum Mastern nicht finden wirst. Ganz im Gegenteil.

Alle Scrum Master sind Quereinsteiger

Sind Menschen mit psychologischem Hintergrund oder Erfahrung in der Personalentwicklung von Vorteil? Ein bisschen schon. Aber keine Sorge. Ich sage dir: Das kannst du alles lernen. Ich finde, dass du ein ehrliches Interesse an der Arbeit mit Menschen und Teams sowie Motivation, dich in diese spannende und herausfordernde Rolle einzuarbeiten, mitbringen solltest. In meinen Augen ist damit mehr als die Hälfte der Miete schon gewonnen.

Du brauchst mehr als nur Scrum Master Zertifizierungen

Wenn du über Ausbildungen oder Lernpfade recherchierst, findest du eine Sache ziemlich schnell: Scrum Master Zertifizierung wie PSM I oder PSM II.

Diese Zertifizierungen sind meiner Erfahrung nach nicht ausreichend, wenn du wirklich ein starkes Team entwickeln und Erfolg haben möchtest. Warum? In Zertifizierungen wird dir nur der „Happy Path“ vermittelt. Deshalb zeigt man dir, wie Scrum aussehen würde, wenn du auf die beste Organisation der Welt treffen würdest. Ganz schön unrealistisch, oder?

Außerdem erfährst du in der Zertifizierung nur, dass du teaminterne Termine wie beispielsweise die Retrospektive moderieren und deinen Teammitgliedern Scrum vermitteln sollst. Wenn du dich an die fünf Rollen und Aufgaben eines Scrum Masters erinnerst, über die wir in den vorigen Absätzen gesprochen haben, wirst du schnell merken: Es fehlt nicht nur die Teamentwicklung, sondern auch die Rollen eines Coaches, Mentors und Beraters. Du wirst als Scrum Master somit wesentlich mehr machen als das, was dir in Zertifizierungen gezeigt und vermittelt wird. Dabei wird dir eine Zertifizierung somit nicht helfen.

Schließlich gibt es zum Beispiel mit Teamentwicklung, Konfliktmoderation, Coaching, Moderation noch so viele weitere Fähigkeiten an denen du wirst arbeiten müssen.

Tipp: Kümmere dich um deine Fähigkeiten in der Teamentwicklung

Mein Tipp: Da die Weiterentwicklung deines Teams die wichtigste und zugleich größte Aufgabe eines Scrum Masters ist, empfehle ich dir, dich zunächst mit dem Themenbereich der Teamentwicklung zu beschäftigen. In unserem Intensivtraining für nachhaltige Teamentwicklung zeigen wir dir an einem Tag alles, was du brauchst, um ein wirklich starkes Team zu entwickeln.

Herzlich Willkommen zu deinem Intensivtraining für nachhaltige Teamentwicklung

Was ist der Unterschied zwischen einem Scrum Master, einem Agile Master und einem Team-Coach?

In vielen Organisationen findet man keinen Scrum Master, sondern Rollenbezeichnungen wie „Team-Coach“ oder „Agile Master“. In diesen Organisationen werden häufig neben Scrum noch weitere agile Vorgehensweisen wie zum Beispiel Kanban eingesetzt. Die Teams dürfen selbst darüber entscheiden, ob sie Scrum, Kanban oder doch eine ganz andere Vorgehensweise nutzen möchten.

Agile Master und Team-Coach als methodenneutrale Rollenbezeichnung

In solchen Fällen werden Agile Master und Team-Coach als methodenneutrale Rollenbezeichnung genutzt. Eben, weil es unterschiedlich ist, welche agile Vorgehensweise die einzelnen Teams konkret einsetzen. Inhaltlich sind aber sowohl die Rollen, Aufgaben als auch die Ausbildung eines Agile Master oder Team-Coaches mit denen meiner Definition eines Scrum Masters identisch.

Ich persönlich bevorzuge den Team-Coach oder Agile Master als Rollenbezeichnung. Zum einen, um in Organisationen, die sich in einer agilen Transformation befinden, den gern geführten „du-musst-doch-Scrum-machen-Diskussionen“ aus dem Weg zu gehen und, um keine Diskussionen über den Sinn von Zertifizierungen führen zu müssen.

Meine Erfahrung ist, dass viele Team-Coaches oder Agile Master eine wesentlich bessere Ausbildung vorweisen können, als viele Scrum Master. Warum? Weil durch ihre methodenneutrale Rollenbezeichnung nicht starr an einer Vorgehensweise oder Zertifizierung festgehalten und die Teamentwicklung in den Fokus gestellt wurde.

Muss ein Scrum Master immer die Retrospektive oder das Daily-Standup moderieren?

Wenn du Jobprofile oder Stellenausschreibungen liest, in denen Scrum Master gesucht werden, wird dir eine Aufgabe immer und immer wieder begegnen: Die Moderation von Daily-Standups und Retrospektiven. Auch, wenn du deine Kolleginnen und Kollegen oder Agile Master beobachtest und ihnen etwas zuhörst, wirst du bemerken, dass sie immer wieder davon sprechen, einen der beiden Termine vorzubereiten oder zu moderieren.

Reflektiere deine eigene Haltung

Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Meiner Meinung nach musst du als Scrum Master, Team-Coach oder Agile Master nicht immer die Retrospektive oder das Daily-Standup moderieren.

Gut – zu Beginn der Zusammenarbeit natürlich schon, weil deine Teammitglieder noch zu wenig Wissen oder Erfahrungen im Zusammenhang mit diesen Terminen haben. Da die Weiterentwicklung deines Teams jedoch ganz eng mit deiner persönlichen Weiterentwicklung verbunden ist, wirst du früher oder später mehr Verantwortung an deine Teammitglieder abgeben (müssen). Nur, wenn du einen Schritt zurück machst – ihnen also Verantwortung überträgst – können sie sich irgendwann überhaupt noch weiterentwickeln.

Dazu gehört auch, ihnen die Verantwortung für ihre Termine zu übertragen.

Das Modell für nachhaltige Teamentwicklung hilft dir, dein Team zu entwickeln

Das Modell für nachhaltige Teamentwicklung mit seinen fünf Handlungsfeldern psychologische Sicherheit, Wissen, Erfahrung, Haltung und Werte hilft dir, dein Team zielgerichtet zu entwickeln und zu verstehen, was ich damit meine. Holger und ich haben die die Übertragung von Verantwortung an deine Teammitglieder als Reflexion der Haltung in die Anwendung und Nutzung unseres Modell eingebaut.

Die fünf Handlungsfelder im Modell für nachhaltige Teamentwicklung

In diesem Zusammenhang habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, meine Teilnahme an Dailys abzusagen oder auch mal Teammitglieder anzusprechen und ihnen anzubieten, mit meiner Unterstützung eine Retrospektive zu moderieren. Du wirst sehen: Dein Team kann auch ohne dich – und das ist auch gut so.

Du möchtest verstehen, wie sich Teams wirklich entwickeln?

Im Intensivtraining für nachhaltige Teamentwicklung zeigen wir dir, wie du das Verhalten deiner Teammitglieder verstehen und dein Team zielgerichtet weiterentwickeln kannst.

In Teams, die Scrum nutzen, moderiert ein Scrum Master die Retrospektive seines Teams

Wie viele Teams kann ein Scrum Master parallel begleiten?

Auf diese Frage gebe ich dir eine typische Antwort: Es kommt drauf an. Okay, lass mich etwas konkreter werden.

In vielen Organisationen müssen Scrum Master oder Agile Master zwei oder mehr Teams parallel begleiten. Diese Ansicht halte ich für wenig zielführend und für veraltet. Für mich ist die Betreuungsintensität eines Teams von drei Faktoren abhängig:

  • Dem Entwicklungsstand des Teams,
  • dem Entwicklungsstand der Organisation sowie
  • von dem Entwicklungsstand und der Ausbildung des Scrum Masters.

Ein erfahrener Scrum Master kann bestimmt zwei gut entwickelte Teams begleiten, weil sich der Aufwand pro Team in Grenzen hält. Schließlich führen sie beispielsweise ihr Daily-Standup selbstständig durch – das hast du doch im vorigen Absatz gelernt, oder?

Muss sich der Scrum Master jedoch in seine Aufgaben oder Rollen einarbeiten oder ist sein Team noch nicht gut genug entwickelt, weil er durch alle Termine führen und moderieren muss, wird er bereits mit einem Team gut ausgelastet sein.

In meinem vergangenen Blogartikel unter dem Titel „Wie viele Teams kann ein Scrum Master betreuen?“ habe ich laut nachgedacht und dir meine Gedanken zu diesem Thema nochmal etwas ausführlicher aufgeschrieben. Ich bin mir sicher, dass sie dir weiterhelfen werden.

Dein Experte für Teamentwicklung

Markus Trbojevic, Autor von "Jedes Team ist anders" und Teamentwickler aus Leidenschaft.

Markus Trbojevic
Teamentwickler, Coach und Autor von „Jedes Team ist anders“.

Markus liebt es, wenn sich Teammitglieder entwickeln und als Team sukzessive Erfolge feiern. Als Autor von „Jedes Team ist anders“ sieht er seine Mission darin, dir Teamentwicklung möglichst nahbar und verständlich zu machen, damit du ein starkes Team entwickeln kannst.

Du hast Rückfragen? Dann freut sich Markus auf deine Kontaktaufnahme über das Kontaktformular oder per Videokonferenz. Nutze dafür einfach die Terminvereinbarung.