Teamentwicklung

Teamcoaching – ein wichtiger Baustein für starke Teams

Ein kurz- oder langfristiges Teamcoaching hilft, konkrete Teamprobleme zu beheben oder die Zusammenarbeit eines Teams weiterzuentwickeln. In meinem Artikel beschreibe ich dir die Definition des Begriffs, mögliche Inhalte und Ziele sowie den richtigen Zeitpunkt für ein Teamcoaching.

Was ist Teamcoaching?
Inhalt

1. Was ist Teamcoaching – wie ist die Definition?

Bevor wir uns eingehender mit typischen Anwendungsfällen und dem Ablauf eines Teamcoachings beschäftigen, klären wir zunächst die Definition des Begriffs: Was ist Teamcoaching?

<div class="definition">Teamcoaching ist ein Prozess, in dem es darum geht, die Leistungsfähigkeit eines Teams zu verbessern – beispielsweise, indem konkrete Herausforderungen oder Konflikte im Team bearbeitet werden. Dabei wird das Team von einem Team-Coach begleitet, der die Teammitglieder mithilfe einer coachenden Grundhaltung dazu befähigt, eigene Ideen und Lösungen zu finden und umzusetzen.</div>

Die zeitliche Dauer eines Teamcoachings ist abhängig vom Entwicklungsstand, konkreten Problemen im Team (Was ist ein Team?) und der bisherigen Zusammenarbeit. Deshalb ist es in einigen Teams kurzfristig angelegt, damit konkrete Themen bearbeitet werden können. In anderen Teams wird es langfristig stattfinden, indem ein Team über einen längeren Zeitraum von einem Team-Coach begleitet wird. Unabhängig davon, wie das Teamcoaching konkret aussieht, unterstützt es die Teamentwicklung und Teambildung eines Teams.

Jetzt, wo wir uns mit Definition und Dauer eines Teamcoachings beschäftigt haben, schauen wir uns an, welche Inhalte ein Teamcoaching hat, bzw. welche Ziele mit einem Teamcoaching erreicht werden sollen.

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2. Mögliche Inhalte eines Teamcoachings

In meiner Definition habe ich beschrieben, dass Teamcoaching ein Prozess ist, in dem es darum geht, die Leistungsfähigkeit eines Teams zu verbessern. Die konkreten Inhalte und Ziele eines Teamcoachings richten sich dabei nach den konkreten Bedürfnissen eines Teams und seiner Teammitglieder. Um konkrete Ansatzpunkte für seine Unterstützung zu finden und mehr über das Team zu erfahren, wird ein Team-Coach deshalb auf Einzelgespräche mit den Auftraggebenden, aber insbesondere auch den Teammitgliedern zurückgreifen.

Typische Zielsetzungen eines Teamcoachings sind:

  • Neugründung eines Teams: Erarbeitung von Zielen, Werten und Teamregeln für die gemeinsame Zusammenarbeit
  • Bearbeitung von Konflikten zwischen Teammitgliedern
  • Wiederherstellung oder Verbesserung der Lieferfähigkeit eines Teams
  • Stärkung des Vertrauens unter den Teammitgliedern und der psychologischen Sicherheit im Team
  • Entwicklung einer zielgerichteten und effizienten Diskussionskultur im Team
  • Förderung von Selbstorganisation im Team
  • Kontinuierliche und nachhaltige Verbesserung der gemeinsamen Zusammenarbeit

Für einige Zielsetzungen reicht ein kurzfristiges Teamcoaching, während für andere eine längerfristige Begleitung sinnvoll ist. Wie immer, gilt auch hier, dass nicht nur jedes Team, sondern auch jede Organisation anders ist. Wir haben uns deshalb angewöhnt, vor jedem Teamcoaching eine ausführliche Auftragsklärung durchzuführen, um die damit verbundenen Erwartungen verstehen und ein zum Team passendes Teamcoaching anbieten zu können.

Schauen wir uns nun an, wann ein guter Zeitpunkt für ein Teamcoaching ist.

3. Wann sollte ein Teamcoaching stattfinden?

Einen festen oder richtigen Zeitpunkt für Teamcoaching gibt es nicht, da die Begleitung durch einen Team-Coach sowohl in neu gegründeten als auch in etablierten Teams wertvoll und hilfreich ist.

Unserer Erfahrung nach ist es jedoch ratsam, ein Team nicht nur kurze Zeit, sondern über einen längeren Zeitraum von einem Team-Coach begleiten zu lassen. In einem Scrum Team übernimmt dies beispielsweise ein Scrum Master, während ein agiles Team eher von einem Agile Coach begleitet wird. Wie auch immer die Rolle, die ein Team begleitet, konkret bezeichnet wird: Mit zunehmenden Fortschritten in der Teamarbeit kann diese Unterstützung reduziert werden – sofern Team und Team-Coach dies für zielführend erachten.

Aber was, wenn es keine langfristige Begleitung gibt? In diesen Fällen habe ich häufiger erlebt, dass ein Teamcoaching zu spät in Anspruch genommen wurde. Was meine ich damit? Schwere Konflikte im Team, fehlende gemeinsame Ziele oder eine verletzte psychologische Sicherheit können die Leistung und Lieferfähigkeit eines Teams und das Arbeitsumfeld der Teammitglieder schwerwiegend und nachhaltig beeinträchtigen. Es ist deshalb wichtig, Teamprobleme frühzeitig zu erkennen und zu bearbeiten, um eine Verschlimmerung oder eine Eskalation dieser zu verhindern. Hier sind insbesondere die Führungskräfte gefordert, ein offenes Ohr für ihre Teammitglieder zu haben und rechtzeitig für ein zielführendes und vertrauliches Teamcoaching zu sorgen – beispielsweise mit der Unterstützung eines externen Team-Coaches.

Meiner Ansicht nach passiert dies in vielen Fällen schlicht zu spät. Hierdurch braucht es anschließend mehr Zeit in der Bearbeitung oder kann im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass Teammitglieder ihr Team oder ihre Organisation deshalb verlassen. Derartige Konsequenzen kann sich kein High Performing Team erlauben.

4. Wie läuft ein Teamcoaching ab?

Jedes Teamcoaching beginnt zunächst mit einer Auftragsklärung. In dieser sprechen Auftraggebende und Team-Coach über Zielsetzung, gegenseitige Erwartungen, Rahmenbedingungen und alle weiteren Informationen, die der Team-Coach benötigt, um das Ziel des Teamcoachings verstehen und das Team begleiten zu können.

Anschließend läuft ein Teamcoaching iterativ in folgenden Arbeitsschritten ab:

  • 1. Mit Störungen umgehen
  • 2. Nächsten Entwicklungsschritt festlegen
  • 3. Handlungsfelder bestimmen
  • 4. Maßnahmen planen und umsetzen
  • 5. Wirksamkeit und eigene Haltung reflektieren

Diese fünf Arbeitsschritte sind ein wichtiger Bestandteil unserer JTIA-Methode. Diese Methode hilft alle Teams weiterzuentwickeln, obwohl jedes Team bekanntlich anders ist.

Zurück zu den Arbeitsschritten: Für ein Teamcoaching sind insbesondere die Arbeitsschritte, in denen es um die nächsten Entwicklungsschritte, Handlungsfelder und Maßnahmen geht, von Bedeutung. Schauen wir uns an, was diese im Detail bedeuten.

1. Nächsten Entwicklungsschritt festlegen

Zunächst wird der nächste Entwicklungsschritt des Teams festgelegt. Was ist ein Entwicklungsschritt? Das ist eine wahrnehmbare Veränderung. Folgende Leitfragen helfen bei der Formulierung: Wie verhalten sich die Teammitglieder, wenn der Entwicklungsschritt erreicht wurde? Wofür übernehmen sie Verantwortung? Was tun sie?

Um diese Fragen zu beantworten, wird ein Team-Coach auf Einzelgespräche mit den Teammitgliedern und die zu Beginn durchgeführte Auftragsklärung zurückgreifen. Dabei berücksichtigt er insbesondere mögliche Teamprobleme und die Erwartung seiner Auftraggebenden.

Beispiel: Wenn der Entwicklungsschritt erreicht wurde, treffen die Teammitglieder gemeinsame Entscheidungen effizient und zielgerichtet.

2. Handlungsfelder bestimmen

Nun geht es darum, die Ursachen für das Verhalten der Teammitglieder herauszufinden und die Handlungsfelder zu bestimmen. Hierbei hilft das Modell für nachhaltige Teamentwicklung mit seinen fünf Handlungsfeldern psychologische Sicherheit, Wissen, Erfahrung, Haltung und Werte.

Folgende Leitfragen stellt sich der Team-Coach: An welchen Handlungsfeldern könnte es liegen, dass sich das Team noch nicht so verhält, wie im Entwicklungsschritt formuliert? Durch diese Reflexion entstehen spannende Fragen, die für das weitere Teamcoaching hilfreich sind.

Beispiel: Fehlt es den Teammitgliedern an psychologischer Sicherheit? Fühlen sie sich nicht sicher genug, um offen zu reden und Entscheidungen zu treffen? Treffen die Teammitglieder Entscheidungen nicht effizient und zielgerichtet, weil ihnen Wissen über Methoden zur Entscheidungsfindung oder Werte wie Lösungsorientierung fehlen?

All diese Fragen sind spannende Ansatzpunkte, die im nächsten Abschritt helfen, Maßnahmen zu planen und umzusetzen.

3. Maßnahmen planen und umsetzen

Um das Team in den bestimmten Handlungsfeldern weiterzuentwickeln, plant der Team-Coach jetzt entsprechende Maßnahmen und setzt diese anschließend um.

Beispiel: Da das Team keine Methoden zur Entscheidungsfindung kennt, stellt er diese vor und lässt die Teammitglieder diese ausprobieren, damit diese Erfahrungen machen können. Eine anschließende Erarbeitung von Werten hilft, eine Haltung der Lösungsorientierung im Team zu fördern.

4. Wirksamkeit reflektieren

Abschließend reflektiert der Team-Coach mit Teammitgliedern und Auftraggebenden über die Wirksamkeit seines Teamcoachings. Konnte das zuvor gesteckte Ziel erreicht werden? Wenn nicht – warum nicht? Wurden die falschen Maßnahmen geplant und umgesetzt? Wurden Handlungsfelder übersehen?

All diese Fragen gilt es mit den Beteiligten zu besprechen und das Teamcoaching entsprechend anzupassen – wahlweise in Einzelgesprächen oder gemeinsamen Terminen.

Markus Trbojevic
Dein Experte für Teamentwicklung
Teamentwickler, Coach und Co-Autor von "Jedes Team ist anders".


Markus liebt es, wenn sich Teams entwickeln und sie sukzessive gemeinsame Erfolge feiern können. Als Co-Autor des Praxisbuchs "Jedes Team ist anders" und als Trainer für Teamentwicklung hilft mit Trainings, Team-Workshops und Coachings, starke Teams zu entwickeln.

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